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Aus aktuellem Anlass

27.09.2016 18:14 von Iris Westhowe (Kommentare: 0)

Beim Tierarzt

… möchten wir noch einmal darauf hinweisen, dass wir nur unseren angemeldeten Kunden Tierarztkostenzuschüsse geben können und auch nur dann, wenn sie schon länger regelmäßig bei uns sind und dann auch nur, … wenn genug Geld da ist. Wir haben im Moment wieder einige Notfellchen, die richtig viel Geld kosten, sodass wir zusehen müssen, diese geregelt zu bekommen.

Wir bieten aber jedem, der in Not geraten ist an, zu uns zu kommen, um sich dann einen Futterzuschuss zu holen, allerdings müssen die Voraussetzungen natürlich stimmen, z. B. Unterstützen wir keine Neuanschaffungen während einer Zeit, in der das Geld sowieso schon knapp ist. (Ganz wenige Ausnahmen bestätigen die Regel). Das so gesparte Geld kann dann für evtl. notwendige Tierarztkosten zurückgelegt werden.

Allerdings hat uns letzte Woche eine Dame, die um Übernahme von Kastrationskosten bat gesagt, dass ihr das auch nicht helfen würde, denn sie müsse ja Busgeld bezahlen.
Hier regeln wir das so, dass wer von weiter weg kommt, auch nur alle vier Wochen kommen kann. Wir geben dann dementsprechend Futter mit. Leider war dies für sie keine Option. :-(

TierTafel-Kunden, die mit ihren Tieren bei uns angemeldet sind und sich dann weitere Tiere anschaffen, obwohl sie schon die Ersten nicht alleine versorgen können, sei es mit Futter, Zubehör oder Tierarztkosten, werden aus der Kundenkartei gestrichen.

Ebenso möchten wir unsere Kunden natürlich auch persönlich kennenlernen. Es geht nicht, dass jemand im Auftrag geschickt wird und meint: „Nun mach mal“

Letztens kam ein älterer Herr alleine zu uns in die Ausgabe, der nicht mehr „ganz alleine war“ ;-) und bat um Aufnahme einer Bekannten. Alleinerziehende Mutti mit drei Kindern, Tiere während des finanziellen Engpasses angeschafft, weil „sie schon immer Tiere gehabt hat“. So funktioniert das nicht. Wir haben höflich versucht ihm dass zu vermitteln – man was hat der geschimpft. Er ließ erst „von uns ab“, als mein Mann aus dem Hintergrund kam und ihn eindringlich und verständnislos ansah ;-)

Auch kam vor einiger Zeit eine „Dame“, mit wirklich nur einer handvoll Welpe, legte ihren Bescheid auf den Schreibtisch und wünschte Unterstützung, wobei „legte“ und „wünschte“ sehr nett ausgedrückt sind. Wieder erklärten wir, dass wir keine Neuanschaffungen unterstützen und auch kein Welpenfutter hätten. Wir fragten sie, wo sie denn den Welpen her hätte. Antwort: „Gefunden auf dem Polenmarkt“ Unsere Aufklärungsversuche gingen auch hier leider ins leere. Es hat uns allen das Herz zerrissen, jeder Einzelne vom Team hätte am liebsten gesagt, „gib mir das Tier, ich kann mich kümmern“ zumal es auch starken Durchfall hatte. Sie meinte, der käme von der Futterumstellung, das kann natürlich sein, allerdings sind Tiere aus solcher Produktion meistens nicht gesund und man muss lange um die Wiederherstellung der Gesundheit kämpfen, oft werden diese Kämpfe verloren.

Wir unterstützen keine Vermehrung, … auch nicht, wenn es „aus Versehen beim Spielen im Garten“ passiert ist. Normalerweise merkt man schon ein paar Tage zuvor, dass die Läufigkeit einsetzt, auch hier erfolgte ein Ausschluss aus der Kundenkartei.

Ganz bitter war für uns, als wir Ende letzten Jahres feststellen mussten, dass auf Ebay Welpen verkauft wurden. Angepriesen als „die neue Rasse“ schlechthin, in den USA schon als DER Familienhund anerkannt.

Hier handelte es sich um zwei Kundinnen, die Eine mit einer engl. Bulldogge (Hündin), die Andere mit einem Boxer. Die neue Rasse ein „Valley Bulldog“.

Als die Beiden zur nächsten Ausgabe erschienen, bekamen sie noch einmal Futter, dann teilten wir ihnen mit, dass sie von nun an, aus der Kundenkartei gestrichen werden. Unverständnis – pur. Die Dame der Hündin meinte sogar noch, dass sie mit ihrem Tier doch machen könnte was sie wollte. Die andere Dame drohte mit dem Ordnungsamt und bat die Stadtmission diese Angelegenheit für sie zu klären. (War natürlich vergeblich)

Aber es kam noch schlimmer, die Halterin des Boxers bekam aus dem Wurf eine Hündin. Diese wurde nun bei der ersten Läufigkeit, mit neun Monaten vom Vater gedeckt. Ein Welpe, noch gar nicht ausgewachsen, der Rüde viel größer, die Gebärmutter noch gar nicht „stabil“ genug, um eine sichere Kinderstube zu bieten. Nach vielen hin und her und Anfragen aus dem Ort, was man machen könnte, da es ja u. U. auch um das Leben der Hündin ging, haben wir mit einer Tierärztin gesprochen. Letztendlich haben wir uns entschlossen, obwohl die Halterin keine Kundin der Tiertafel mehr war und ist, die Abtreibungsspritzen zu bezahlen, auch die Kosten einer Kastration des Rüden hätten wir übernommen, um zu verhindern, dass das nicht noch einmal passiert.

Die Hündin wurde der Tierärztin vorgestellt. Der Rüde wurde nicht kastriert. Ich traf die Halterin ein paar Wochen später und sprach sie noch einmal auf diese „Angelegenheit“ an. Auch diesmal wurde geschimpft und gedroht, es sei ja alles ihre Sache, außerdem hätte der Rüde einen Kastrationschip erhalten. Die Abtreibungsspritzen standen auf der TA-Rechnung, der Chip nicht und auch rein äußerlich deutete noch nichts auf einen Kastrationschip hin. Der Rüde konnte noch sehr gut mit seinen Hoden angeben (meistens verkleinern sich diese, wenn ein Chip gesetzt wurde).

Dies alles und noch viel mehr, hinterlässt bei uns Spuren, wir denken immer mal wieder an jeden einzelnen Fall und fragen uns, was ist wohl draus geworden, aber es gibt Dinge, die gehen einfach nicht. Vielleicht werden uns nicht alle verstehen, aber Sie alle können darauf vertrauen, dass wir immer unser bestes für Mensch und Tier geben.

Nur manchmal sind wir eben hilflos und Sie können uns glauben, das ist kein schönes Gefühl.

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