"Unser Torsten" † 06.01.2020

08.01.2020 20:33 von Iris Westhowe (Kommentare: 0)

Wir sind so unendlich traurig!

Torsten war von Mai/Juni 2018 bei uns und seitdem nicht mehr wegzudenken. Er war

immer Mittwoch vormittags da, listete die Spenden die vom Vortag da standen, räumte auf und bereitete alles für die nächste Ausgabe vor. Freitags sprang er ein, wenn Not am Mann war, kam aber oft auch einfach mal so, um den Anderen „Hallo“ zu sagen.

Auf Flohmärkte und Veranstaltungen war er fast immer mit und wenn einer mal nicht konnte – Torsten sprang immer ein, auch wenn er dafür einen anderen Termin verschieben musste – bis Oktober letzten Jahres nur in Begleitung von seiner „Diva“, dann starb sie an Leberkrebs. Für Torsten und auch für uns ganz ganz schlimm.

Er hat mal zu Axel gesagt, als er die Beiden nach Hause fuhr, dass er sich ein Leben ohne Diva gar nicht mehr vorstellen könnte. Beim Autofahren durfte sie vorne im Fußraum sitzen, ihr Kopf lag dabei immer in Torstens Schoß. Sie waren unser Dreamteam.

Torsten stand mit so viel Freude, Herzlichkeit und Herzblut immer hinter uns und war, so glauben wir auch ein bisschen Stolz darauf, uns und den Menschen mit ihren Tieren helfen zu können. Er wusste nur zu gut, wie es ist einen tierischen Begleiter zu haben und er wusste auch, wie es ist, wenn man nicht immer unbedingt auf der Sonnenseite des Lebens steht.

Wir haben viele schöne Erinnerungen die für immer bleiben werden. Sein verschmitztes Lächeln zum Beispiel, egal ob jemand gerade was gutes, etwas weniger gutes oder witziges gemacht hat. Oder wenn es Situationen gab, in denen man sich auch ohne Worte verstanden hat. Situationen, in denen man ihn nur fragend anschaute und er unmerklich für andere, nur durch seine Mimik seine Zustimmung oder Ablehnung signalisierte. Seine Meinung war uns sehr wichtig.

Einen Infostand mit Torsten und Diva werde ich nie vergessen. Wir waren letztes Jahr übers Wochenende beim Dog Dance in Preetz. Den Pavillon hatten wir über Nacht stehen lassen. Als wir am nächsten Tag wieder kamen und die Seitenwand öffneten, lag an der Seite, aber sofort sichtbar, ein Damenschlüpper (nicht hübsch, den hätte ich auch liegen lassen) wir haben uns beide angeguckt – diese Blicke UNBEZAHLBAR! Es war, als wenn sich jeder fragte, ob das Teil dem Anderen gehörte, obwohl man sich gleichzeitig auch sofort bewusst war, dass das gar nicht sein konnte. Ich habe ihn dann weggeräumt und wir haben nie wieder darüber gesprochen.

Oder wie er immer gegrient hat, wenn ich ein Strecke zum hundertsten Mal gefahren bin und ich trotz Navi gefragt habe: „Wo muss ich jetzt lang?!“ Ich glaube manchmal hatte er auch ein bisschen Angst.

Hatten wir Naschis in der Ausgabe hieß es zwischen Torsten und Iris nur: „Wer zuerst kommt malt zuerst – ein Stück wurde aber immer für den Anderen übrig gelassen.

Mittwochs, wenn Marion kam, wurde als erstes schön gefrühstückt. Marion brachte von Zuhause frisch gebrühten Kaffee mit und vom Bäcker Brötchen. Über Mettbrötchen hat er sich immer besonders gefreut. Dann wurde erst einmal eine Runde erzählt, bis sich jeder an seine Arbeit machte.

Als wir am 06.12. unser Weihnachtsessen hatten, haben wir schon im Vorfeld bestellt, damit wir nicht so lange auf das Essen warten müssen. Iris und Torsten hatten sich

besonders auf die Nachspeise gefreut – Vanilleeis mit Honig. Als das Eis dann kam und sie sich auf einen leckeren, cremigen Genuss freuten, war der Honig auf dem Eis gefroren und backte an allen Zähnen. Darüber haben sie noch lange lachend gesprochen. Nie wieder Vanilleeis mit Honig.

An diesem Abend saß Sarah neben ihm und sie wird nie sein Strahlen in den Augen vergessen, als Torsten ihr die Bilder von seinem neuen Welpen zeigte. Torsten sollte das kleine Mädchen Mitte / Ende Januar bekommen, wenn er nach der Operation aus der Reha kommt. Sie sollte „Nala“ heißen.

Eigentlich war die Operation schon im August / September geplant. Torsten verschob den Termin, weil Diva da schon krank war. Und jetzt ging er nur, damit er für seine neue Hündin wieder fit war und wir ihm auch immer gesagt haben, wie wichtig diese Op für ihn ist.

Er hatte von Anfang an ein ungutes Gefühl. So gab er z. Beispiel an seinem letzten Tag in der Ausgabe seine Schlüssel zur TierTafel ab. Wir haben widersprochen, weil er sie doch sowieso wieder brauchen würde. Er ließ sie trotzdem auf dem Tisch liegen und ging.

Die Operation war am 16.12., danach ist er nicht wieder aufgewacht. Wir sind froh, dass einer von uns alle zwei Tage bei ihm sein konnte, auch an seinem letzten. Es wurde ihm erzählt, was bei uns in der Zwischenzeit so alles passiert ist, die Hand gehalten und der Arm gestreichelt. Wir sind sicher, dass er das Eine oder Andere mitbekommen hat und so wusste, dass er nicht alleine ist.

Wir alle haben Torsten sehr geschätzt und mochten sehr gerne mit ihm zusammenarbeiten, weil er so eine ruhige und besonnene Art hatte und ein guter Zuhörer war. Er wird uns so dolle fehlen.

Aber irgendwie geht es immer weiter, nur so wie es einmal war - wird es nie wieder sein.

Torsten du fehlst uns und wir vermissen dich wirklich sehr. Du warst das, was wir Norddeutschen einen „feinen Kerl“ nennen. Herzensgut und liebenswert, hilfsbereit und verständnisvoll, ruhig und humorvoll, lebenslustig aber auch manchmal sehr ernst.

Du warst und bleibst „unser Torsten“ und deshalb wirst du auch weiterhin auf unserer Teamseite bleiben!

"Pfötchen drauf"

Torsten in Aktion

Alle Fotos von Nicole Erdmann wuschelpfoten.de

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